Essen in Myanmar

Der Vielvölkerstaat Myanmar mit seinen circa 53 Millionen Einwohnern bietet eine umfangreiche kulinarische Vielfalt. In dem Land leben mehr als 135 verschiedene ethnische Gruppen. Dadurch wird schnell klar: Die traditionelle Landesküche wird durch die unterschiedlichsten Einflüsse geprägt. Zusätzlich spielt die geographische Lage eine entscheidende Rolle und beeinflusst die Geschmäcker. Von daher ist es wenig verwunderlich, dass jede Region ihre spezifischen Eigenheiten aufweist. Entdecken Sie mit uns die Besonderheiten rund um das Essen in Myanmar!

Myanmar und seine kulinarische Vielfalt

Myanmar liegt in Südostasien und am Rand des Golfs von Bengalen, ein nordöstlich gelegener Teil des Indischen Ozeans. Aufgrund der angrenzenden Länder Indien, China und Thailand vereint die Birmanische Küche vielfältige Geschmäcker in einem. Sie mögen indisches, chinesisches oder thailändisches Essen? Bevorzugen aber eine geringere Schärfe? Dann sind sie in Myanmar in Ihrem ganz persönlichen Geschmacks- Paradies.

Die Birmanen sind dafür bekannt früh zu speisen, sowohl am Morgen als auch am Abend. Wer also nach einem spät geöffneten Restaurant ausschau hält, könnte eine Überraschung erleben: Die meisten Gastronomen schließen bereits zwischen 19 und 20 Uhr.

Beim Frühstück sieht es ähnlich aus. Üblicherweise wird es ab 6.30 Uhr serviert und ist um neun Uhr schon lange vorbei. In deutlich touristisch geprägten Orten hingegen wird auch noch darüber hinaus geöffnet. 

Was ist typisch?

In jeder Region finden Sie eigene kulinarische Besonderheiten und Einflüsse. Besonders spannend kann es also sein, unterschiedliche Stationen in Myanmar einzulegen, um von der großen Vielfalt der Birmanischen Küche zu profitieren und neue Geschmackserlebnisse zu genießen. Einige Gemeinsamkeiten zeigen sich insbesondere in der Vorliebe für Fisch, Reis und Gewürze. 

Eine gute Mischung aus salzig, süß, scharf, sauer und bitter ist im ganzen Land beliebt. Gerne dürfen auch die verschiedenen Geschmacksrichtungen in einem Gericht vereint werden. Zum Hauptgericht dürfen Reis oder Nudeln auf keinen Fall fehlen. Sie sind die Basis in der Küche von Myanmar. In etlichen Restaurants stehen verschiedenste Reis- und Nudelsorten zur Auswahl. 

Grundsätzlich findet sich viel Gemüse und wenig Fleisch auf den Tellern. Der Fleischkonsum ist hier nicht ausgeprägt – im Gegenteil: Es wird sich lieber auf Fisch und Meeresfrüchte der Saison konzentriert. Als Vegetarier oder Veganer werden Sie auf den Märkten des Landes voll auf Ihre Kosten kommen. Myanmar bietet an seinen Verkaufsständen eine beeindruckende Auswahl frischer Obst- und Gemüsesorten.

Gut zu wissen: In vielen touristischen Städten treffen Sie auf Vertreter der westlichen Küche. Insbesondere französische, italienische und deutsche Speisen werden gerne angeboten. Im Vergleich zu landestypischen Gerichten zahlen Sie in den westlich geprägten Restaurants mehr. Nichtsdestotrotz mit einem europäischen Gehalt sind die Preise für Lebensmittel in Birma sehr günstig. Wie sieht es mit Trinkgeld aus? In den Lokalen wird grundsätzlich kein Trinkgeld erwartet. Zum Teil wird auch das “vergessene Wechselgeld” hinterher gebracht. Dennoch freuen sich die Burmesen sehr, wenn sie welches bekommen. In touristisch geprägten Restaurants und Hotels hingegen gehört das Trinkgeld oft zum guten Ton.

Überblick:

  • 135 ethnische Gruppen beeinflussen die kulinarische Vielfalt
  • Einfluss aus Indien, China und Thailand
  • Es wird früh gegessen
  • Reis und Nudeln sind unverzichtbar
  • Lieber Fisch und Meeresfrüchte als Fleisch
  • Trinkgeld ist kein Muss, aber gerne gesehen

Gewohnheiten und Sitte der Einheimischen

Traditionell sitzen die Burmesen zum Essen auf dem Boden vor einem runden Tisch. Die meisten Speisen werden dann mit der rechten Hand gegessen. Grundsätzlich wird die rechte Hand zur Aufnahme von Lebensmitteln genutzt, da die linke als unrein gilt. Für Suppe gibt es meistens einen Löffel und zur Nudelsuppe gehören zusätzlich Essstäbchen. Mit den Holzstäbchen werden die Nudeln und größeren Gemüsestücke aufgenommen und der Löffel ist für die Brühe. 

Sämtliche Speisen werden zur gleichen Zeit aufgetischt und alle Beilagen werden untereinander geteilt. In den meisten Esszimmern ist in einer Ecke ein Waschbecken zu finden. Hier werden sowohl vor, als auch nach dem Essen gründlich die Hände gewaschen.

Heutzutage finden sich in Restaurants meistens Tische und Stühle zum Sitzen. Wird Ihnen hier eine Gabel zum Essen gelegt, dient diese lediglich dazu den Löffel zu befüllen. Sie wird nicht zum Mund geführt.

Teehäuser

Die Teehäuser in Myanmar gehören unbedingt zum sozialen Leben dazu. Sie dienen als zusätzliches Wohnzimmer, in denen Freunde und Familie getroffen werden. Die gemeinsame Zeit wird hier besonders gerne zelebriert. Es gibt Teehäuser die bereits früh am Morgen öffnen und nachmittags schließen und solche, die erst am Nachmittag öffnen und dann bis in die Nacht betrieben werden. Besonders beliebt ist der grüne Tee mit Palmzucker oder Milch und der schwarze, starke Kaffee. Verschiedene Süßspeisen stehen häufig auch auf der Speisekarte.

Streetfood und Märkte in Myanmar

Myanmar hat ein großes Angebot verschiedenster Straßenstände, an denen Streetfood verkauft wird. Insbesondere Snacks und Zwischenmahlzeiten, aber auch Hauptgerichte sind hier wahre Delikatessen. Außerdem gibt es zahlreiche Lebensmittelmärkte, die Gourmet- Herzen höher schlagen lassen. Sowohl Streetfood als auch Lebensmittelmärkte gehören unbedingt zu einer Reise nach Birma dazu.

Myanmar – Ein Einblick in die Küche

Snacks – Die beliebten Zwischenmahlzeiten

Besonders begehrt sind Snacks und kleine Zwischenmahlzeiten in Birma. Sie werden oft in Teehäusern oder an den zahlreichen Straßenständen verkauft. Zu den Favoriten gehören Samosa, Frühlingsrollen und Reiskuchen. Aber auch gefüllte Bananenblätter und frittierte Teestangen erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Speisen sind bereits ab dem Vormittag erhältlich und unbedingt einen Versuch wert.

Currys – Die milde Variante

Die in Myanmar erhältlichen Currys sind üblicherweise nicht so scharf wie ihre Verwandten aus Indien. Sie sind regelrecht mild und besonders beliebt. Jede Familie hat ihre ganz individuelle Rezeptur.

Die Currys bestehen aus einer Gewürzmischung in der Kurkuma, Kreuzkümmel, Ingwer, Knoblauch, Gewürznelken, Anis und Chilli nicht fehlen dürfen. Die Basis der Speise bildet hier meist Sesam- oder Erdnussöl, wohingegen in Indien eher die Kokosmilch Verwendung findet. Gemeinsam mit Gemüse und Fleisch oder Fisch beziehungsweise Meeresfrüchten wird der Reis eingekocht. Üblicherweise wird das Curry bereits am Morgen zubereitet und dann während des Tages verkauft. 

Mohinga – Das begehrte Nationalgericht

Mohinga bedeutet wörtlich übersetzt nichts anderes als “Fischsuppe”. Das Nationalgericht ist eine gelbliche Fischsuppe, in der Reisnudeln schwimmen. Sie wird gerne mit Wels und Reisvermicelli zubereitet. Typischerweise kommt noch der Stamm einer Bananenstaude und verschiedene Gewürze hinzu. Überraschenderweise schmeckt dieses Gericht nicht so “fischig” wie viele andere bekannte Fischsuppen.

Erfrischungen – Die typischen Getränke

Myanmar ist ein vom Buddhismus geprägtes Land, deshalb findet der Alkoholkonsum eher eingeschränkt bis gar nicht statt. Nichtsdestotrotz gibt es einige alkoholische Erfrischungen. Besonders beliebt sind zudem folgende alkoholfreie Getränke:

  • Grüner Tee mit Palmzucker
  • Schwarzer, starker Kaffee
  • Zuckerrohrsaft
  • Frische Kokosmilch
  • Erfrischungsgetränke wie Cola und Limonaden

Alkoholhaltige Varianten:

  • Palmwein (Toddy)
  • Myanmar oder Mandalay beer (das einheimische Bier)
  • Einheimische Spirituosen (insbesondere Rum, Whisky und Gin)

Worauf lohnt es sich zu achten?

Frische

Insbesondere bei Fleisch sollte auf die Frische geachtet werden. Häufig kommt es zu einer mangelnden Kühlung und das Fleisch könnte verderben. Bei Fisch und Meeresfrüchten in Regionen rund um den Inle- See und an der Rakhine- Küste ist es einfacher die Frische zu gewährleisten, als in ferner gelegenen Orten.

Besonders guten Fisch können Sie typischerweise in Hafenstädten bekommen, da die Restaurants hier meist täglich frische Ware erhalten und somit keine lange Kühlung nötig ist.

Vegetarisch und Vegan

Als Vegetarier und Veganer profitieren Sie von den tollen Märkten Myanmars mit ihrem üppigen Obst- und Gemüseangebot. In den Restaurants ist es grundsätzlich leicht Speisen so auszuwählen oder zu bestellen, dass keinerlei tierische Produkte enthalten sind.

Ein wenig Vorsicht ist dennoch geboten, wenn Sie es genau nehmen: Häufig wird trotzdem Fleisch- oder Hühnerbrühe beim Kochen verwendet. Hier kann einfach genau nachgefragt und zur Not ein anderes Gericht gewählt werden.

Hygiene und Wasser

Eine grundsätzliche Empfehlung der WHO für Myanmar lautet: Speisen sollten möglichst gut durchgegart oder geschält sein. Insbesondere bei Gerichten aus Garküchen empfiehlt es sich rohe oder ungeschälte Lebensmittel wegzulassen, um keine unangenehmen Überraschungen zu erleben.

Besonders wichtig ist dann noch der Umgang mit dem Wasser. Das Leitungswasser in Birma ist keinesfalls zum Trinken geeignet. Es sollte auch nicht zum Zähneputzen verwendet werden. Benutzen Sie immer Wasser aus noch verschlossenen Flaschen.

Bei Getränken sollte vorsichtshalber auf Eiswürfel verzichtet werden, da diese nicht immer mit Trinkwasser hergestellt werden. Falls Sie ihr Geschirr selbst abwaschen, achten Sie im Anschluss darauf, noch einmal mit Trinkwasser nachzuspülen.

Wenn Sie diese Maßnahmen beachten, sollte einer unbeschwerten kulinarischen Entdeckungsreise nichts mehr im Wege stehen. Genießen Sie die Vielfalt der Speisen im wunderschönen Myanmar.

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