Der Monsun, die Jahreszeiten und das Wetter

Myanmar ist ein Land mit vielen Gesichtern. Das äußert sich nicht nur in seiner großen Vielfalt in der Bevölkerung und der Landschaft, sondern auch in den Jahreszeiten und dem daraus resultierenden Wetter. Um die myanmarischen Jahreszeiten und das Wetter zu verstehen und es optimal für eine Reise zu nutzen, muss man zunächst die Entstehung des Monsuns betrachten.

Myanmar Wetter Jahreszeiten Monsum

Entstehung des Indischen Monsuns

Monsun heißt im Arabischen „mawsim”, was übersetzt Jahreszeit bedeutet. Die Kaufleute Arabiens nutzten diese Winde für den Seehandel auf dem arabischen Meer. Man muss mit Monsun also nicht automatisch nur Regen verbinden.

In den tropischen Gebieten steht die Sonne am höchsten und erwärmt die Luft, welche aufsteigt und in Richtung der Pole gezogen wird. Diese erwärmte Luft sinkt im Bereich der Wendekreise wieder ab. In Zusammenspiel mit der Erdrotation entstehen so der Nordost-Passat und Südost-Passat. Der Bereich, wo die Passate aufeinandertreffen, entsteht die innertropische Konvergenzzone (ITC). Bedingt durch den Sonnenstand bewegt sich die ITC. Im Juni steht die Sonne am Wendekreis des Krebses (Norden) senkrecht, erwärmt die Luft, sodass sie aufsteigt und Wolken bildet. Es „fehlt” Luft am Boden.

 Da sich die Luft über den großen Landflächen Asiens stärker erwärmt als über dem Wasser, strömt damit feuchte Luft vom Ozean nach. Die ITC wird damit im Sommer der nördlichen Hemisphäre auffällig nach Norden verschoben, das Monsuntief liegt somit über dem Land. Zur Wintersonnenwende steht die Sonne über dem südlichen Wendekreis senkrecht, die ITC wandert Richtung Süden in die Nähe des Äquators. Das Tiefdruckgebiet liegt über dem Meer und zieht kühle trockene Luft aus den Landgebieten an.

Länder unter Einfluss des Indischen Monsuns haben somit nur zwei Jahreszeiten: Wintermonsun und Sommermonsun. Beide Jahreszeiten dauern etwa vier Monate an, die Monate dazwischen kann man als Übergangszeiten bezeichnen.

Die Jahreszeiten Myanmars

Der Wintermonsun bringt zwischen Dezember und März von den großen Landflächen Chinas und dem Hochland Tibets kühle und trockene Luft aus nordwestlicher Richtung. Der Sommermonsun bringt aus Südost mit teils sehr starken Winden die feuchte Luft und Regenwolken des Indischen Ozeans. Diese Wolken regnen mit starken Regenfällen und Gewittern über dem Land ab. 

Tatsächlich darf man in Myanmar aber mit drei Jahreszeiten rechnen:

Die kühle Trockenzeit von November bis März

Die durchschnittliche relative Luftfeuchtigkeit beträgt gerade mal 60 - 75 Prozent. Die Durchschnittstemperaturen liegen bei ca 30 Grad Celsius am Tag und bewegen sich zwischen 15 und 20 Grad Celsius in der Nacht. Es regnet nicht bis selten, durchschnittlich ein bis vier Tage pro Monat.

Die heiße Trockenzeit im April und Mai

In dieser Zeit steigen die Temperaturen mancherorts auf bis zu 40 - 45 Grad Celsius am Tag, und ungefähr 25 Grad Celsius bei Nacht. Die relative Luftfeuchtigkeit bewegt sich um die 75 Prozent, da die Regentage langsam zunehmen.

Die Regenzeit Juni bis Oktober

Mit bis zu 24 Regentagen im Monat steigt die relative Luftfeuchtigkeit in den regenstarken Gebieten auf über 85 Prozent. Dafür sinkt die durchschnittliche Tagestemperatur zurück auf etwas über 30 Grad Celsius mit einer geringfügigen Abkühlung auf 25 Grad Celsius bei Nacht.

Wetter in Myanmar

Der Südosten und das Mergui Archipel

Zwischen der Andamanensee und Thailand findet man das typische tropische Monsunklima vor. Mit bis zu 5.000 mm Regen jährlich ist dieser Teil des Landes während des Sommermonsuns die am zweitstärksten von heftigem Regen betroffene Region. Die stärksten Niederschläge sind im Juli, es können pro Tag bis zu fünf Liter Regen pro Quadratmeter fallen. 

Der teils sturmartige Wind bringt nicht nur Regen, er ist auch für Überflutungen der Küstengebiete verantwortlich. Der Aufenthalt auf dem Wasser in dieser Zeit nahezu unmöglich, womit Tauch- und Schnorchel Safaris zum bekannten Mergui-Archipel in dieser Zeit ausgeschlossen sind. Während des Wintermonsuns hingegen strahlt die Sonne mit wenigen Ausnahmen von einem wolkenlosen Himmel. Die See ist spiegelglatt, die Strände und Inseln sind vor allem in der Zeit von Dezember bis Februar problemlos zugänglich.

Die Tagestemperaturen sind mit etwa 30 Grad Celsius über das gesamte Jahr hinweg relativ stabil. Nur in der besten Reisezeit von November bis März sollte man für die etwas kühleren Nächte bei 15 Grad Celsius entsprechend ausgestattet sein.  

Der Südwesten (Rakhine Staat)

Ähnlich wie der Südosten ist auch der Südwesten dem tropischen Monsunklima ausgesetzt. Die Temperaturverläufe und Regentage sind fast gleich. Der Küstenbereich des Südwestens ist wegen des Arakan-Joma-Gebirges aber mit noch mehr Regen belastet. Dieses Gebirge zieht sich von der nordwestlichen Grenze zu Bangladesch und Indien bis zum Ayeyarwady Delta. An der höchsten Stelle über 3.000 Meter hoch, verläuft es in relativer Nähe zur Küste. Während des Sommermonsuns wirken die Berge wie ein Schild, die regenreichen Wolken bleiben am Gebirge hängen und regnen daran ab. Dies kann zu größeren Erdrutschen führen, die häufig die Infrastruktur zerstören. Da das Meer durch die starken Winde rau und wellig ist sollte man die beliebten Badestrände des Rakhine Staates während des Sommermonsuns für Badeurlaube meiden. 

Das Wetter im Ayeyarwady Delta um Yangon

Während das Wetter im westlichen Delta noch dem des Südwestens entspricht, herrscht weiter östlich, rund um die ehemalige Hauptstadt Yangon, das sogenannte tropische Savannenklima. Diese Klimazone liegt normalerweise zwischen tropischen und subtropischen Gebieten im Einflussbereich der ITC. Es wird zwischen Trockensavanne und Feuchtsavanne unterschieden. Das Ayeyarwady Delta ist mit Feuchtsavanne bewachsen. Markant für das Savannenklima ist ein stabiler Temperaturverlauf über das Jahr hinweg, mit einem kurzen Anstieg vor Beginn der Regenzeit. Das bedeutet, dass man in Myanmar bei Yangon bis auf die Monate März und April, wenn es auf 35-37 Grad Celsius zugeht, mit circa 30 Grad Celsius zu rechnen hat.

Auch hier fällt in der Regenzeit auch nahezu täglich Regen. Die Menge des Niederschlags jedoch ist wesentlich geringer als an der Küste. Über das Jahr gerechnet beträgt die Gesamtmenge von etwa 3.000 mm gerade mal die Hälfte des Regens der im Südwesten und Südosten fällt. Zu Beginn des Wintermonsuns bekommt die Savanne noch wenige Tage Regen ab. Durch Niederschlag und das umliegende Flussdelta ist die Luft schwül und feucht, die relative Luftfeuchte kann hier satte 90 Prozent erreichen.

Zentrales Ayeyarwady Becken und Mandalay

In Zentral-Myanmar wechseln sich Savanne und Steppe ab. Man kann das Klima als gemäßigt und trocken bezeichnen. Während des Sommermonsuns erlebt man hier maximal acht bis zehn echte Regentage, dafür gibt es hier eine ausgeprägte Trockenzeit von November bis März. Je weiter man nach Norden kommt, desto weniger Niederschläge findet man vor. In der Hauptsaison bewegen sich die Tagestemperaturen bei sommerlichen 27 bis 32 Grad Celsius, nachts muss man mit etwas tieferen Werten von 13 bis 20 Grad Celsius rechnen. In der Nebensaison, auch „Green Season” genannt, sollte man mit Tagesspitzen von bis zu 40 Grad Celsius rechnen, nachts um die 25 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit sinkt von Februar bis Mai sogar unter 60 bis teilweise nur 40 Prozent. 

Norden und Osten

Dort, wo die Savanne des Ayeyarwady Beckens in Feuchtwälder übergehen, herrscht das „subtropische Ostseitenklima”. Dieses Wetter hat einen deutlichen Unterschied zwischen niederschlagsreichen Sommern und Wintern mit gelegentlichem Frost. Im Gebirge, welches an den Himalaya angrenzt, können die Temperaturen im Januar durchaus die Nullgrenze unterschreiten. Der Januar ist der kälteste Monat, der August in der Regel der wärmste dieser Region. Die Temperaturen variieren je nach Höhenlage sehr stark. Ab 1.500 Meter Höhe sollte man mit kühleren Temperaturen rechnen und dementsprechend mit warmer Kleidung ausgestattet sein.

Nördlich des Wendekreises des Krebses im Kachin Staat befindet sich mit einer Höhe von 5.889 Metern übrigens der höchste Berg Südostasiens: der Mt. Khakhaborazi. Vom nahegelegenen Putao aus starten die meisten Trekkingtouren dieser Region.

Das Wetter im Chin Staat

Der im mittleren Westen gelegene Chin Staat ist mit seinem Gebirge klimatisch sehr variationsreich. Dies reicht von Monsunklima im Westen der Chin Hills über subtropisches Gebirgsklima zu mediterranem Klima mit heißen Sommern. Grundsätzlich kann man sagen, dass dort mit Ausnahme der regenreichen Zone das Wetter als warm und gemäßigt bezeichnet werden kann. Im Sommer regnet es häufig in starken bis mäßigen Schauern, im Winter selten. Die Temperaturen sind eher kühl mit angenehmen 20 Grad Celsius am Tag, stellenweise kann es im Sommer durchaus auch bis zu 30 Grad Celsius warm werden. Die nächtlichen Temperaturen sinken selten unter 5 Grad Celsius.

Mount Victoria ist mit 3000 Metern die höchste Stelle des Chin Staates. Der von einem Nationalpark umgebene 3000 Meter hohe Berg ist ein beliebter Ausgangspunkt für wunderschöne Wandertouren. 

Myanmar das ganze Jahr

Trotz der allgemeinen Empfehlung Myanmar in der kühlen Trockenzeit zwischen Oktober und Februar zu besuchen, ist das Land ganzjährig bereisbar. Mit seiner großen Auswahl an Klimazonen, Feucht- und Trockengebieten bietet Myanmar vielfältige Möglichkeiten den Kultur-, Aktiv- und Erholungsurlaub zu jeder Zeit des Jahres zu unternehmen.

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