Auf neuen Pfaden zum südlichen Inle-See (Samkar-See)

Zusammen mit unserem Trekking-Guide in Kalaw hatten wir in den letzten Wochen eine neue Trekkingtour ausgearbeitet. Die zweitägige Wanderung sollte uns nicht wie üblich zum nördlichen Teil des Inle-Sees führen, sondern abseits der ausgetretenen Wanderwege zum südlichen Teil des Sees, der auch als Samkar-See bekannt ist.

Zusammen mit meinem Neffen, der einen Teil seiner Sommerferien bei uns verbrachte, und unserem Guide Htun Ti verabschiedeten wir uns schon kurz nach Sonnenaufgang von Onkel Sam und seiner Familie, kletterten auf die Pritsche eines kleinen Pick-ups und ließen Kalaw hinter uns. Kurz vor Aungban bogen wir rechts ab in Richtung Loikaw und fuhren noch eine weitere Stunde durch die Shan-Berge nach Naungtayah, einem Ort mitten im Gebiet der Pa-O. Hier fand an diesem Tag der große Fünf-Tage-Markt statt und es ging entsprechend lebhaft zu. Wir ließen uns treiben, bewunderten die Frauen in ihren Trachten in Blau und Schwarz und den farbenfrohen Tüchern, die sie wie eine Art Turban um ihren Kopf gewickelt hatten. Htun Ti, der hier mehrere Jahre als Lehrer unterrichtet hatte, wurde immer wieder herzlich gegrüßt und bei einer alten Freundin, heute stolze Besitzerin eines kleinen Restaurants, ließen wir uns nieder, beobachteten in aller Ruhe die Marktbesucher und aßen eine leckere Shan-Nudelsuppe.

Anschließend fuhren wir noch einmal 15 Minuten in Richtung Süden und erreichten dann den Ausgangspunkt unserer zweitägigen Wanderung zum Samkar-See. Der Weg führte durch flaches Gelände und vorbei an Feldern, auf denen Kohl und Mais angebaut wurde. Immer wieder blieben wir stehen und schauten den Menschen bei der Feldarbeit zu. In Klarpu, einem typischen Pa-O-Dorf, wurde uns in einem der Häuser das Mittagessen serviert. Es war sehr schmackhaft und wir langten kräftig zu. Frisch gestärkt setzten wir unseren Weg fort und wanderten an Gemüsefeldern, Obstbäumen, Reisterrassen, Teeplantagen und Wäldern vorbei nach Ngola, einem hübschen am Hang gelegenen Dorf. Von hier hatten wir einen fantastischen Blick auf die Shan-Berge. Am späten Nachmittag erreichten wir Hsaungkhar, ein kleines Pa-O-Dorf zwischen den Hügeln.

Wir erwachten mit dem ersten Hahnenschrei und machten uns nach einem reichhaltigen Frühstück wieder auf den Weg. Gleich hinter dem Ort führte der Fußpfad über einen grasbewachsenen Hügel, von wo wir einen fantastischen Ausblick auf die Shan-Berge hatten. Dann ging es an Obstplantagen und Reisfeldern vorbei nach Narmoon, einem großen, beeindruckenden Pa-O-Dorf. Von der kleinen Pagode bot sich uns ein wunderbarer Blick über die Landschaft. Hier legten wir eine längere Rast ein und ließen die Dorfbevölkerung an uns vorbeiziehen – Jung und Alt, festlich gekleidet auf dem Heimweg nach dem Klosterbesuch. Von hier ging es weiter auf meist schmalen Pfaden und an Feldern vorbei, auf denen Kohl, Mais und Reis angebaut wurde. Immer wieder boten sich uns herrliche Ausblicke auf die Shan-Berge und dann tauchte in der Ferne der Samkar-See auf. Zwischen den Bergen hindurch führte der Weg gemütlich bergab, direkt zur Tharkaung-Pagode, die sich am Westufer des Samkar-Sees befindet.

Nach einem späten Mittagessen bestiegen wir unser Boot und fuhren über den Samkar-See nach Samkar. Eine faszinierende Seelandschaft zog an uns vorbei: schwimmende Gärten, aus dem Wasser herausragende Pagodenwälder, die zum Teil von knorrigen Bäumen überwachsen waren, Fischer, die immer wieder ihre Netze auswarfen, Lotusblumen, Teppiche aus Wasserhyazinthen, dazwischen immer wieder das leuchtend weiße Gefieder eines Silberreihers und im Hintergrund die Shan-Berge.

Von der Anlegestelle in Samkar war es nur noch ein kurzer Weg zu Fuß zu unserem Hotel „A Little Lodge in Samkar“, ein zweistöckiges Haus im traditionellen Shan-Stil. Die Zimmer im Haupthaus sind einfach aber gemütlich ausgestattet – Luxus pur nach der zweitägigen Wanderung. Nach einer erfrischenden Dusche saßen wir dann auf dem Balkon, genossen unser kaltes Myanmar-Bier und blickten in die idyllische Landschaft.

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